Das Rifugio Stella d’Italia ist nicht einfach nur ein Ort: Es ist eine Geschichte, die durch die Zeit wandert – ein Geflecht aus Erinnerung, Identität und Leidenschaft.
Ursprünglich als Hauptquartier während des Baus des nahegelegenen Forte Sommo Alto errichtet, trägt diese Berghütte ein tiefes historisches Erbe in sich, geprägt von alpiner Stille, harter Arbeit, Stein und Weitblick. Heute lebt diese Geschichte weiter – verwandelt in authentische Gastfreundschaft, menschliche Wärme und echte Bergkultur.
Seit über vierzig Jahren kümmern sich Claudio und Francesca gemeinsam mit ihrer Familie mit Hingabe und Liebe um diesen besonderen Ort.
Die familiäre Führung war für sie nie nur Arbeit, sondern eine Lebensentscheidung. Claudio, ein Bergmensch mit Herz und Seele, und Francesca, mit ihren angelsächsischen Wurzeln und ihrem weltoffenen Blick, haben eine seltene Balance geschaffen: Tradition und internationales Feingefühl, Authentizität und Aufmerksamkeit für den Gast.
Hier bedeutet eine Berghütte zu sein vor allem, Gastgeber zu sein: Menschen willkommen zu heißen, zuzuhören, Schutz zu bieten und Körper wie Seele zu stärken.
Genau dieser Geist hat das Rifugio Stella d’Italia zu einem festen Bezugspunkt für Sommerwanderer und Wintersportler gemacht, aber auch zu einem kulinarischen Ziel, das Gäste aus aller Welt begeistert.
Eine Küche, die die Sprache der Berge spricht.
Die Küche bleibt ihren Wurzeln treu. Sie entspricht genau dem Bild, das man von Trentino und den Bergen hat: ehrlich, herzhaft und voller Identität. Die Zutaten erzählen vom Land: Äpfel und Kartoffeln aus der Vigolana, heimische Pilze, Kohl vom Bauern sowie einfache und unverfälschte Produkte, die mit Respekt und Können verarbeitet werden.
Das Hirschragout ist zu einem Symbol des Hauses geworden. Tommaso, einer der treuesten Gäste, sagt immer wieder: „So wie hier findet man es nirgendwo anders.“
Francesca bereitet es jeden Tag nach demselben Rezept zu: mit Marzemino-Wein abgelöscht, stundenlang langsam geschmort und mit karamelliertem Rotkohl, hausgemachter Preiselbeermarmelade und weicher Polenta serviert. Ein Gericht, das weit mehr als nur Essen ist – es ist ein Ritual.
Wer nach Sommo Alto hinaufsteigt, weiß: Der erste Halt ist immer die Kuchentheke. Karin, heute Hüterin der Konditorei des Rifugios, führt die Familienrezepte mit Leidenschaft und Feingefühl weiter. Ihre Linzer Torte mit ihrem würzigen Duft ist ihr Meisterwerk.
Daneben finden sich Apfelstrudel aus Mürbeteig, Sachertorte und Ricottakuchen mit Himbeeren. Alles Rezepte, die von ihrer Mutter weitergegeben wurden und voller Erinnerungen sind.
Im Herbst, wenn sich der Wald in Kupfer- und Goldtöne färbt, erscheinen die mit Schokolade überzogenen Kastanienherzen, serviert mit Kakicoulis: eine Hommage an die Farben des Herbstes, an die Saisonalität und an die tiefe Verbundenheit mit dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten.
Und während die Kuchen im Ofen backen und die Polenta langsam auf dem Feuer köchelt, ist Claudio – für alle einfach Klaus – wahrscheinlich im Wald unterwegs, um Pilze zu sammeln. Einfache Gesten, alte Gewohnheiten und gelebte Bergtraditionen, die hier niemals verloren gegangen sind.







